Vorheriges Thema: Biographie von Rem Koolhaas Nächstes Thema: Bibliographie

Vorheriges Unterthema: Zerlegung (Schism) Nächstes Unterthema: Konstruktivismus

In den architektonischen Projekten des O.M.A. und Rem Koolhaas sind folgende Themen von Bedeutung:

Die offene Ordnung oder das Informell. Es existiert kein übergeordnetes Prinzip, da es keine Notwendigkeit eines einheitlichen Tragsystems gibt. Das Tragsystem geht jeweils auf die lokalen Bedingungen ein, und es ändert sich je nach Programm, Belastung, Geometrie. Die Vorläufer der offenen Ordnung sind im Konstruktivismus und Informell zu finden.

Die Konstruktion als Plastik. Es gibt kein rigides Skelett mehr, sondern eine Interpretation des Raumes. Die Konstruktion wird unverständlich, schwer durchschaubar, oft bis zum Verschwinden minimiert. Konstruktionselemente werden zu Bedeutungsträgern, sie weisen über sich hinaus (z. B. Strukturwald in Agadir).

Das Episodische. In “Delirious New York” interpretiert Koolhaas den Wolkenkratzer als übereinandergelegte künstliche Wohnschichten, und den Aufzug als

mechanischen Übergang. In Grossprojekten verselbständigt sich die Peripherie und weist nicht mehr auf den Zentralbau hin (z. B. Kunsthalle Rotterdam). In der Villa Floirac zeigt sich das im Übereinanderlegen von Ebenen mit widersprüchlichen Eigenschaften (das höhlenartig Unregelmässige, das Transparente, der massive Betonblock). So gibt es keine architektonische Verbindung, und wenig Berührungspunkte zwischen den abrupt collagierten Elementen. Nächste Seite: Themen bei OMA (2)