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In der Kultur der Verdichtung sieht der Architekt die Antwort auf die zeitgenössische Entwicklung der grossen Ballungszentren. “Sie meint die Gleichzeitigkeit und räumliche Überlagerung von unterschiedlichen Programmen, Funktionen, Konzeptionen und Ideologien”, das Konzentrieren der Baumasse in grosse Gebäudekomplexe. Die Wurzeln dieser Theorie führen zurück auf die 20er Jahre (Mies, Le Corbusier, Louis Kahn, Archigram). Die Stadt wird nach dem Prinzip der Retroaktion in unterschiedliche

Proun R V N 2 (El Lissitzky)

Teilbereiche zoniert, wobei auch städtebauliche Projekte oder Raumfragmente der modernen Architektur zitiert werden (z. B. der russische Konstruktivist Leonidov, der Broadacre City Entwurf F. L. Wrights, Raumkompositionen der Miesschen Landhäuser). In der Architektur erzeugt die retroaktive Methode eine Wechselwirkung
zwischen vorhandenem Kontext, als Dokument vorhandener Lebensbedingungen, und dem Projekt, das den Kontext durch Veränderung verbessern soll. Mass und Regel sollen übernommen und mit subtilen Mitteln reformiert (z.B. Bürogebäude Rotterdam) werden. Voraussetzung und unmittelbare Konsequenz der Verdichtung, sind die Unabhängigkeit der Fassade vom Gebäudeinhalt (Lobotomie), die vertikale Zerlegung des Gebäudes in unabhängigen Schichten (Schism) und die Planung der Unbestimmtheit.